AG Lichtenfels * 1 C 139/14

Das Gericht führt zur Begründung aus, dass die Sachverständigenkosten grundsätzlich als
Kosten der Schadenfeststellung zu erstatten sind.
Der Geschädigte darf eine Begutachtung stets dann vornehmen, wenn sie aus seiner Sicht im
Zeitpunkt der Beauftragung des Sachverständigen erforderlich und zweckmäßig ist, ohne
dass es auf eine Bagatellgrenze ankäme.
Vielmehr sind für die Erforderlichkeitsbetrachtung – neben der geringen Schadenhöhe –
weitere Umstände zu berücksichtigen – wie etwa das Risiko, dass der Haftpflichtversicherer
einen Kostenvoranschlag für unzureichend erachtet oder die nur durch Sachverständige
mögliche Feststellung des Wiederbeschaffungswertes oder die Notwendigkeit, sich zwecks
Inanspruchnahme eines Mietwagens auf die Reparaturdauer festzulegen.
Ein Sachverständigengutachten ist nur dann entbehrlich, wenn der Schädiger bereits im
Zeitpunkt des Gutachtenauftrages unmissverständlich erklärt, dass er zur Regulierung des
Schadens und der konkreten Schadenhöhe bereit ist. Dies war vorliegend nicht der Fall.
Die Bagatellschadengrenze zieht das Gericht bei 700,00 €, welche vorliegend nicht
unterschritten ist. Für eine Angleichung auf etwa 1.000,00 € ist kein Raum, da eine solche
Preissteigerung seit der Entscheidung des BGH im Jahr 2004 nicht derart erheblich war.

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