AG Gelsenkirchen * 36 C 471/99

Der Kläger kann von den Beklagten restliche Reparaturkosten von DM 423,92 verlangen. Grundlage ist die Kalkulation des Sachverständigen vom 14.01.1999. Dieser hat die Stundenverrechnungssätze der für den Kläger nächsterreichbaren Vertragswerkstatt zugrundegelegt. Entgegen der Ansicht der Beklagten muss der Kläger sich nicht auf die von der DEKRA ermittelten mittleren Stundenverrechnungs-sätze verweisen lassen. (...)
Die wenigsten Unfallgeschädigten werden darlegen können, dass sie "sonst üblicherweise eine Vertragswerkstatt aufzusuchen" pflegen. Dieses Erfordernis müsste sich nämlich auf die Behebung früherer Unfallschäden beziehen. Allein der Umstand, dass ein Fahrzeughalter seinen PKW ansonsten gar nicht oder lediglich in einer "freien Werkstatt" warten lässt, kann ihn nämlich unter Erstattungsgesichtspunkten nicht dazu zwingen, auch einen Unfallschaden nur in einer solchen Nicht-Vertragswerkstatt reparieren zu lassen. Eine solche Reparatur dient - im Gegensatz zu bloßen Wartungsarbeiten - der Wiederherstellung der Verkehrssicherheit, die in einer fachgebundenen Vertragswerkstatt eher erwartet werden kann.

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