AG Flensburg * 66 C 181/98

Nach § 249 BGB kann der Kläger auch Ersatz der Gutachtenkosten in voller Höhe verlangen. Gutachtenkosten sind zu ersetzen, soweit ein solches Gutachten zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung notwendig ist. Da Schäden an Kraftfahrzeugen von Laien wie dem Kläger in der Regel selbst nicht zu beziffern sind, handelt es sich bei den Gutachtenkosten grundsätzlich um notwendige Rechtsverfolgungskosten. Zu ersetzen ist der erforderliche Geldbetrag, d.h. die Aufwendung, die ein verständiger, wirtschaftlich denkender Mensch in der Lage des Geschädigten für zweckmäßig und notwendig halten durfte. Dabei ist § 254 Absatz 2 entsprechend anzuwenden (vgl. Palandt/Heinrichs, § 249 Rdnr. 6).
Das Gericht geht erst bei einem Schaden von unter 1.000,00 DM von einem Bagatellschaden aus. Zudem ist nach der oben genannten Definition für die Beurteilung, ob ein Sachverständigengutachten erforderlich ist, nicht entscheidend, wie sich der Schaden nach Erstellung des Gutachtens darstellt. Entscheidend ist vielmehr, wie ein vernünftiger Geschädigter die Notwendigkeit der Schadensbegutachtung beurteilen durfte. Hier sprechen einige Argumente für die Notwendigkeit dieser Begutachtung. Das klägerische Fahrzeug wies eine Delle unterhalb der Heckscheibe auf. Für den Kläger war nicht auszuschließen, daß weitere versteckte Schäden vorlagen. Zudem wies das Auto einige Vorschäden auf. Der Kläger mußte deshalb damit rechnen, daß der Umfang der Schadensverursachung durch die Beklagte bestritten würde. Schon um hier Beweise zu sichern, war die Begutachtung auch aus Sicht eines vernünftigen Geschädigten erforderlich.

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