AG Mönchengladbach * 29 C 195/09

Für die Frage der Erforderlichkeit und Zweckmäßigkeit einer Schadensermittlung durch den Sachverständigen ist auf die Sicht des Geschädigten zum Zeitpunkt der Beauftragung abzustellen. Demnach kommt es darauf an, ob ein verständig- und wirtschaftlich denkender Geschädigter nach seinen Erkenntnissen und Möglichkeiten die Einschaltung eines Sachverständigen für geboten erachten durfte.

Dies ist vorliegend der Fall. Auch wenn die Klägerin als Autohaus- und Reparaturbetrieb über besondere Sachkunde verfügt und unschwer einen Schaden selbst ermitteln kann, so war es doch im Verhältnis zur Beklagten zu 2. erforderlich einen Sachverständigen einzuschalten. Dies gibt der Beklagten zu 2. auch gerade Sicherheit im Hinblick darauf, dass nur Arbeiten ausgeführt werden, die gutachterlich festgestellt sind. Zwar ist es zutreffend, dass Autohäuser häufig in einfach gelagerten Schadensfällen die Abrechnung mit den Versicherten für ihre Kunden selbst übernehmen. Hierbei wird der Kunde aber immer darauf hingewiesen, dass die Versicherung ein Gutachten verlangen kann. Das ist eine allgemein übliche Verfahrensweise. Da der Schaden hier einen Betrag von 917,88 Euro ausmacht und damit nicht mehr als Bagatellschaden anzusehen ist, war es sachgerecht ein Gutachten einzuholen.

Es sind auch keine Anhaltspunkte dafür ersichtlich, dass hier die Klägerin mit dem Sachverständigen zusammengewirkt hätte um unnötige Kosten zu produzieren. Der Sachverständige hat zum einen seinen Sitz nicht am Ort des Firmensitzes der Klägerin, zum anderen arbeitet er für die Ring Deutscher Gutachter GmbH, daraus ist zu ersehen, dass eine wirtschaftliche Verflechtung schon nicht vorliegt