AG Kamen * 12 C 348/10

Dem Grunde nach sind auch die mit dieser Klage geltend gemachten Kosten der Schadensermittlung ersatzfähig. Dies folg aus § 249 Abs. 1 BGB. Die Klägerin hat auch nicht gegen ihre aus § 254 Abs. 1 BGB folgende Schadensminderungspflicht verstoßen. Es handelt sich zur Überzeugung des Gerichts nicht um einen Bagatellschaden. Nur im Falle des Vorliegens eines Bagatellschadens käme ein Verstoß der Klägerin gegen die Schadensminderungspflicht in Betracht. Das Gericht zieht die Grenze für das Vorliegen eines Bagatellschadens bei einem Betrag in Höhe von 700  €. Der Schaden der Klägerin liegt ausweislich der vom Sachverständigen geschätzten Reparaturrechnung bei 732,72 € und damit über der Bagatellschadensgrenze. Das Gericht geht auch richtigerweise vom Bruttobetrag dieses Schätzung des Sachverständigen aus, denn zum Zeitpunkt der Beauftragung eines Sachverständigen zur Ermittlung der Reparaturkosten ist häufig noch gar nicht sicher, ob der Geschädigte fiktiv abrechnet oder das Unfallfahrzeug tatsächlich reparieren lässt, sodass eine Orientierung an den Kosten einer tatsächlichen Reparatur sachgerecht ist.

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