AG Hannover * 514 C 11709/11

Die  – nur noch im Streit stehenden  – Sachverständigenkosten in Höhe von 247,88 € sind ein Schaden, der von dem Beklagten zu 2) zu ersetzen ist (§ 249 Abs. 2 S. 2). Der Schädiger hat die Kosten eines vom Geschädigten zur Schadensfeststellung, insbesondere zur Bestimmung der Schadenshöhe eingeholten Sachverständigengutachtens zu ersetzen, soweit dieses aus Sicht des Geschädigten im Zeitpunkt der Beauftragung zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung erforderlich ist (BGH NJW 2007, 1450). Die Einholung eines Gutachtens war für die Klägerin zu Planung der Schadensregulierung erforderlich. Bei dem verursachten Lackschaden handelt es sich nicht nur um einen offensichtlichen Bagatellschaden, zu dessen Kosteneinschätzung ein vernünftiger und wirtschaftlich denkender Geschädigter kein Sachverständigengutachten eingeholt hätte, sondern sich mit einem weitaus kostengünstigeren Kostenvoranschlag der Werkstatt begnügt hätte, so dass eine Kostenerstattung aus Gründen der Schadensminderungspflicht des Geschädigten gem. § 254 S. 2 BGB zu versagen wäre. Vielmehr zeigt schon das Ergebnis des Gutachters,  wonach kalkulierte Reparaturkosten von 752,39 € incl. MWSt. anzusetzen sind, dass der Schaden nicht nur geringfügig war. Dies war auch erkennbar. Dem Beklagten zu 2) ist zwar zuzugeben, dass es sich nur um eine punktuelle kleine Stelle im Lack handelt, die beschädigt wurde. Indes ist auf den Originallichtbildern deutlich zu sehen, dass der Anstoß nicht nur leicht oberflächlich war. Da es sich um ein relativ neues Auto handelt (1 ¼ Jahre alt), durfte die Klägerin auch eine Neulackierung des gesamten Bauteils avisieren und musste sich nicht nur mit einer punktuellen Schadensbehebung, die optisch weiterhin sichtbar geblieben wäre, zufrieden geben. Da aber Lackierungsarbeiten immer mit Ausbauten, Verbringung und hohen Arbeitskosten verbunden sind, war abzusehen, dass dieser kleine Anstoß eben nicht nur eine Bagatellwirkung hatte.

 

 

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